„Nimm mich mit“ in Paul Linckes Operette „Lysistrata“

2010 kümmerten wir uns um die feine humanistische Bildung: 1902 hatte Paul Lincke mit seinem Librettisten Heinz Bolten-Baeckers die antike Komödie „Lysistrate“ des Dichters Aristophanes als Grundlage für seine Operette „Lysistrata“ gewählt und im Berliner Apollo-Theater uraufgeführt. Aristophanes lebte übrigens um 450 bis 380 v. Chr. in Athen.

Das Isola-Bella-Salonorchester kam seinem Bildungsauftrag nach und brachte eine adaptierte Fassung auf die Bühne: Der schon seit 20 Jahren währende Krieg zwischen Sparta und Athen führt bei den Frauen zu Überdruss. Sie beschließen daher, durch einen Ehestreik ihre Männer zum Friedensschluss zu bewegen. Lysistrata – zu deutsch „Heeresauflöserin“ – führt diese „weibliche Friedensbewegung“ an. Ihr Ehegatte ist Themistokles, Generalissimus der athenischen Armee. Er versucht vergeblich, mit männlich-martialischen Mitteln den Ehestreik zu brechen.

Der von ihm nach Athen verschleppte spartanische Kriegsgefangene Gardelieutenant Leonidas hat hingegen erkannt, dass nur mit sanften – selbstverständlich gesanglichen – Tönen die Sympathien des weiblichen Geschlechts gewonnen werden können. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis er Lysistratas Nichte Chrysis soweit betört hat, dass in die zunächst geschlossene Front des kollektiven Ehestreiks bedenkliche Lücken gerissen werden.

Nicht ganz unschuldig daran ist die verführerische Musik von Meister Lincke, der für diese Operette mit dem „Glühwürmchen-Idyll“ sein weltweit populärstes Stück komponiert hat.
Das Publikum wurde durch die Conférencière Polygamia stets auf dem Laufenden gehalten und sang viele der schönen Lincke-Hits mit.

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„Diese Musik macht einfach gute Laune! Endlich kann man bei einem Konzert mitmachen und mitsingen.“